Dorothee Bär auf Kultur-Tour durch den Landkreis

Mrz 15, 2022 | Veröffentlichungen

In der Pandemie mussten Kunst- und Kulturschaffende mit am meisten unter den Einschränkungen leiden“, sagte die Bundestagsabgeordnete Dorothee Bär am Freitag: Im Rahmen einer Kulturtour durch den Landkreis Haßberge besuchte sie verschiedene bildende Künstlerinnen und Künstler, um mit ihnen ins Gespräch zu kommen. Begleitet wurde die Abgeordnete von Landrat Wilhelm Schneider und Katharina Eckstein, der Koordinatorin für Kultur und Bildung am Landratsamt.

Der Künstler Hannes Betz (Mitte) aus Westheim präsentierte der Bundestagsabgeordneten Dorothee Bär und Landrat Wilhelm Schneider sein Kunstwerk zum 50-jährigen Bestehen des Landkreises Haßberge. Foto: Christian Licha

Als stellvertretende Vorsitzende der Unionsfraktion im Deutschen Bundestag für den Bereich Kultur und Medien wollte sich die direkt gewählte Abgeordnete vor Ort ein Bild verschaffen und den Austausch suchen. So zum Beispiel auch im Kunsthandwerkerhof von Hannes Betz, den er im Jahr 2015 im 1852 erbauten Elternhaus seiner Frau in seinem Heimatort Westheim eröffnete.

Betz erlangte unter anderem mit Werken zur Erinnerung an die Deportation der Juden durch das NS-Regime überregionale Aufmerksamkeit. Jeweils ein von ihm gestalteter Koffer steht als Teil der Aktion „DenkOrt Deportationen“ am Hauptbahnhof Würzburg und in Westheim gegenüber seines Wohnhauses.

Weiterhin steht am Landratsamt Haßberge, vor dem Gebäude der Kreisentwicklung sein Objekt Eltmann und auch seine Objektreihe „Renovatio – Erneuerung“, zog bei einer Ausstellung im Rahmen der Aktion „Kunst im Leerstand“ viel Aufmerksamkeit auf sich.

Neben der Objektkunst hat sich Betz auch der Malerei verschrieben. Bereits im Alter von 14 Jahren hat der Westheimer sein erstes Bild gemalt. Eines seiner bekanntesten Werke ist hierbei das Objektbild Aranea, das mit einem echten Spinnennetz kreiert wurde.

In seinem Atelier mit Galerie sind auch viele historische Dokumente und Gegenstände zu bestaunen. Denn alles, was irgendwie mit Westheim in Verbindung steht, weckt das Sammlerherz von Hannes Betz. Besonders bestaunt wurde von der Bundestagsabgeordneten und von Landrat Schneider auch ein Kunstobjekt, das der Maler zum 50-jährigen Jubiläum des Landkreises Haßberge gestaltet hat. Darauf sieht man neben der jetzigen Fläche des vereinten Landkreises auch die Wappen der einstigen Landkreise Haßfurt, Hofheim und Ebern und Porträts der Landräte seit der Vereinigung.

Freilich war auch Hannes Betz während der Pandemie eingeschränkt in seinem Wirkungskreis. Ausstellungen und sein regelmäßiges Hoffest konnten nicht stattfinden. Finanziell ist er jedoch mit einem blauen Auge davon gekommen, wie Bär erfuhr, denn der 61-Jährige widmet sich nicht hauptberuflich seiner Kunst. Seinen Lebensunterhalt verdient er als Straßenwärter bei der Autobahnmeisterei Knetzgau, bei der er nach seiner Lehre als Kfz-Mechaniker bereits über 30 Jahre arbeitet.

Begeistert zeigte sich Dorothee Bär auch von den anderen Stationen ihrer Kulturtour. Nach einer Besichtigung des Ateliers der Aquarellkünstlerin Janna Liebender-Folz in Haßfurt, war die Kulturbeauftragte ihrer Bundestagsfraktion in der Werkstatt von Glaskünstler Olaf Schönherr in Theres zu Gast. Dort konnte die Ebelsbacherin sich auch selbst versuchen, eine Glaskugel zu blasen.

Im nördlichen Landkreis stand noch ein Besuch im Pfarrweisacher Ortsteil Rabelsdorf auf dem Programm. Dort im Atelier von Ulli Falke war zeitgleich die Gastkünstlerin Susanne Becker zugegen, die ihre Werke aus der Malerei und Bildhauerei präsentierte. Weitere Besuche von Kunst- und Kulturschaffenden anderer Richtungen sind Planung, so Bär.

Text: Christian Licha

Fotos: Katharina Eckstein, LRA Haßberge